Nach 20 Jahren scheint es endlich soweit zu sein. Der letzte regierende Monarch in Europa tritt ab. Mit Silvio Berlusconi geht ein Regierungschef, der sich unverständlicherweise Jahr für Jahr und Wahl für Wahl an der Macht halten konnte. Und das trotz diverser Skandale, man denke an die Bunga Bunga Affäre. In Deutschland stolpert ein Politiker schon über Dinge, die zu den Ausrastern Berlusconis eher Lapalien darstellen. Man nehme das Beispiel Guttenberg, der für weniger viele Skandale den Sessel räumen musste.
Die große Frage bleibt jedoch, wie konnte sich so ein Politiker wie Berlusconi über zwei Jahrzehnte an der Spitze eines europäischen Landes halten? Warum hat ihn das Volk nicht schon viel früher abgewählt, waren doch die finanziellen Probleme Italiens schon über Jahre bekannt. Die Antwort darauf könnte die ungebrochene Medienmacht sein, die Berlusconi hatte und nach wie vor noch inne hat. Durch seinen gigantischen Einfluss auf die Bevölkerung, sei es durch die eigenen Medien oder einem Fussballclub, konnte Berlusconi Meinungen geschickt manipulieren und Trends streuen.
Doch jetzt ist das Faß anscheinend übergelaufen und das Volk feiert größtenteils den Rücktritt des Ministerpräsidentens. Ob damit ein neues Zeitalter mit kontinuierlicher Politik eingeläutet ist, bleibt jedoch zu bezweifeln.
