Wahlen in Europa, Wahlen in Deutschland. Das Jahr 2012 scheint sich zu einem Superwahljahr zu entwickeln, auch aufgrund der Wichtigkeit der unterschiedlichen Ergebninsse.
In Frankreich muss Sarkozy die Segel streichen, weil das Volk mit überwältigender Mehrheit den Herausforderer gewählt hat. Wohl auch, weil Sarkozy in den letzten Jahren mehr Wert darauf gelegt hat, sich bei glamorösen Ereignissen zu präsentieren, als den Kontakt zum eigenen Volk zu suchen und deren Bedürfnisse zu stillen. Eine klare Abstrafung des Verhaltens vieler Politiker im europäischen Umland.
Die Griechen hingegen wählen aufgrund der Sparzwänge und der drohenden Pleite nun wieder vermehrt links- und rechtsradikale Parteien und bringen so den Staat an eine schwierige Aufgabe, denn die Regierungsbildung bei den Ergebnissen der letzten Wahl scheint mitunter unmöglich. Die zwei proeuropäischen Lager können zusammen keine mehrheitsfähige Regierung bilden und die anderen Parteien sind sich im Prinzip zu verstritten, um eine Regierung zu bilden. Neuwahlen scheinen am realistischten.
In Deutschland zeichnet sich bei den Landtagswahlen vor allem ein Erfolg der Piratenpartei ab, die für frischen Wind und erschwerte Regierungsbildungen sorgen dürfte. Laut Umfragen zufolge ein klares Zeichen von Protestwählern, die den gestandenen Parteien einen Denkzettel verpassen wollen. Das sollte damit geschafft sein. Ganz ernst genommen werden die Piraten zwar noch nicht, für eine junge Partei in der Findungsphase aber auch nicht ganz untypisch. Die Frage ist nur, ob sie sich auch für die Zukunft in irgendeiner Form finden kann, die auch auf längere Zeit bestehen kann.
Insgesamt also ein frischer Wind durch die Wahlen in Europa? Man kann nur hoffen, dass die Politik sich wieder auf die Bürger besinnt und sieht, dass man dort jede Menge Vertrauensverlust gutzumachen hat.